Startseite » Ein Regenwurm entdeckt den Herbst

Ein Regenwurm entdeckt den Herbst

Eingabe Geschichtenpilot: Ein Regenwurm möchte nicht immer in der Erde stecken, sondern den Herbst von oben bestaunen.

=>Malbild zum Download am Ende der Geschichte

Titelbild Kindergeschichte Ein Regenwurm entdeckt den Herbst

In einem kleinen Garten, umgeben von bunten Blumen und großen, schattenspendenden Bäumen, lebte ein kleiner Regenwurm namens Wolli. Wolli war ein neugieriger Regenwurm, der seine Tage damit verbrachte, sich durch die dunkle, feuchte Erde zu schlängeln. Er mochte das Gefühl der Erde zwischen seinen Segmenten und genoss die kühle Dunkelheit seiner unterirdischen Heimat. Doch tief in seinem Inneren hegte Wolli einen besonderen Wunsch: Er wollte den Herbst von oben bestaunen und die bunten Farben der Blätter sehen, die er nur von den Erzählungen der anderen Tiere kannte.

Die älteren Regenwürmer hatten ihm oft erzählt, dass der Herbst eine magische Jahreszeit sei. Die Bäume würden ihre grünen Blätter gegen schillernde Rot-, Gelb- und Orangetöne tauschen, und der Wind würde die Blätter in einem wilden Tanz über den Boden fegen. Wolli war fasziniert von diesen Geschichten und träumte davon, den Herbst aus der Vogelperspektive zu erleben.

Eines Morgens, als die Sonne gerade über den Horizont kroch und die ersten Sonnenstrahlen den Garten in goldenes Licht tauchten, entschloss sich Wolli, seinen Traum zu verwirklichen. Er wollte den Herbst nicht mehr nur aus den Erzählungen kennen. Doch wie sollte ein kleiner Regenwurm es anstellen, den Boden zu verlassen und die Welt von oben zu sehen?

Wolli kroch aus seiner Erdhöhle und schaute sich um. Er musste einen Weg finden, um in die Höhe zu gelangen. Der Garten war voller Leben: Ameisen eilten geschäftig hin und her, Schmetterlinge flogen von Blume zu Blume, und ein paar Vögel zwitscherten fröhlich in den Baumkronen. Wolli wusste, dass er die Hilfe seiner tierischen Freunde brauchen würde.

Zuerst kroch er zu seiner Freundin Lilli, der kleinen Ameise. Lilli war immer voller Ideen und Abenteuerlust, und Wolli hoffte, dass sie ihm helfen könnte. Lilli war gerade dabei, ein paar Krümel in ihren Bau zu tragen, als sie Wolli bemerkte. Er erzählte ihr von seinem Wunsch, den Herbst von oben zu sehen.

Lilli überlegte einen Moment und sagte dann: “Warum fragst du nicht Pippo, den Spatz? Er fliegt hoch über den Bäumen und könnte dir sicher helfen!” Wolli fand die Idee großartig und machte sich auf den Weg zu Pippo.

Pippo, der Spatz, saß auf einem Ast und pickte an einem kleinen Samen. Wolli erzählte ihm von seinem Wunsch. Pippo schmunzelte und sagte: “Ich kann dich ein Stück mitnehmen, aber du musst gut festhalten!” Wolli stimmte freudig zu. Pippo flog hinunter, pickte Wolli sanft mit seinem Schnabel auf und hob ihn in die Lüfte.

Der Wind sauste an ihnen vorbei, und Wolli konnte sein Glück kaum fassen. Von oben sah die Welt so anders aus. Die Bäume standen in prächtigen Farben, als ob jemand sie mit einem Zauberpinsel bemalt hätte. Der Garten, der ihm so vertraut war, schien sich in ein richtiges Herbstwunderland verwandelt zu haben.

Pippo flog mit Wolli zu einem besonders schönen Baum, dessen Blätter in allen Herbstfarben leuchteten. Langsam setzte er Wolli auf einem breiten Ast ab. “Hier kannst du eine Weile bleiben und die Aussicht genießen”, sagte Pippo, bevor er weiterflog.

Wolli schaute sich um. Überall um ihn herum tanzten die Blätter im Wind. Er konnte es kaum glauben, dass er wirklich hier war. Die Welt war so viel größer und bunter, als er es sich je vorgestellt hatte. Und die bunten Blätter, die im Wind flogen, sahen aus wie tanzende Schmetterlinge.

Während Wolli dort saß, gesellte sich eine kleine Raupe namens Mimi zu ihm. Mimi war neugierig und fragte Wolli, wie es dazu kam, dass ein Regenwurm auf einem Baum saß. Wolli erzählte ihr von seinem großen Wunsch, den Herbst von oben zu erleben. Mimi lächelte und sagte: “Ich kann verstehen, warum du das wolltest. Der Herbst ist wirklich wunderschön. Und weißt du was? Bald werde ich ein Schmetterling sein und dann kann ich diesen Anblick jeden Tag genießen!”

Die beiden verbrachten den Nachmittag damit, die Blätter zu beobachten und Geschichten auszutauschen. Wolli fühlte sich glücklich und dankbar, dass er seinen Traum verwirklichen konnte. Als die Sonne begann, hinter den Bäumen zu versinken und den Himmel in ein sanftes Rosa tauchte, wusste Wolli, dass es Zeit war, zurückzukehren.

Pippo kehrte zurück, um Wolli abzuholen. Er hob ihn vorsichtig auf und flog mit ihm zurück in den Garten. Als sie landeten, bedankte sich Wolli herzlich bei Pippo für seine Hilfe. Er versprach, seinen Freunden im Garten von seinem Abenteuer zu erzählen und ihnen zu beschreiben, wie wunderschön der Herbst von oben aussah.

Zurück in seiner Erdhöhle, fühlte sich Wolli erfüllt und glücklich. Er hatte nicht nur seinen Wunsch erfüllt, sondern auch neue Freunde gefunden und erfahren, dass die Welt voller Wunder und Schönheit steckte, wenn man nur den Mut hatte, sie zu entdecken.

Von diesem Tag an erzählte Wolli den anderen Regenwürmern seine Geschichten über den Herbst und die bunten Blätter. Und jedes Mal, wenn die Blätter zu Boden fielen und der Herbst den Garten in ein Farbenmeer verwandelte, schaute Wolli nach oben und erinnerte sich an sein kleines Abenteuer mit Pippo und Mimi.

Wolli wusste, dass er nicht immer in der Erde stecken musste, um die Schönheit der Welt zu sehen. Denn manchmal, dachte er, ist ein Blick nach oben alles, was man braucht, um zu träumen und sich zu wundern. Und mit diesem Gedanken schlief er ein, glücklich darüber, ein kleiner Regenwurm mit einem großen Traum zu sein.

Erstellt mit unserem

GESCHICHTEN
PILOT

Individuelle Kindergeschichten

Malbild zum Download:

Malbild Thumbnail Ein Regenwurm entdeckt den Herbst

Hinweis: Ggf. musst du nach dem Download (je nach Smartphone) nach rechts swipen, um zurück zur Geschichte zu kommen.