Wohnung kindersicher machen
10 Gefahren, die viele Eltern übersehen

Die meisten Unfälle passieren zu Hause
Etwa 60 Prozent der Kinderunfälle passieren in der eigenen Wohnung oder im häuslichen Umfeld.
Viele Gefahren werden erst erkannt, wenn ein Baby plötzlich danach greift, sich dreht, robbt oder hochzieht. Das passiert häufig schneller als erwartet.
Deshalb solltet ihr eure Wohnung nicht erst absichern, wenn euer Baby bereits krabbelt.
Nutzt die folgenden zehn Gefahren als Checkliste und geht eure Wohnung einmal systematisch durch.
10 Gefahren im Überblick
- Stürze von Wickeltisch, Sofa oder Bett
- Umkippende Möbel und Fernseher
- Ungesicherte Treppen
- Fenster und Balkontüren
- Heiße Getränke, Herd und Backofen
- Medikamente und Reinigungsmittel
- Kleinteile, Magnete und Knopfzellen
- Steckdosen, Kabel und Elektrogeräte
- Badewanne und andere Wasserstellen
- Schnüre, Türen und scharfe Kanten
Du möchtest alle sinnvollen Kindersicherungen im Überblick sehen?
Ich habe sie in folgender Amazon-Liste zusammengestellt.
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1. Stürze von Wickeltisch, Sofa oder Bett
Babys lernen neue Bewegungen nicht nach Stundenplan.
Ein Baby, das sich gestern noch nicht drehen konnte, kann heute mit einer überraschenden Bewegung gefährlich nah an eine Kante gelangen. Stürze – insbesondere vom Wickeltisch – gehören im ersten Lebensjahr zu den häufigsten Unfällen.
Das solltet ihr tun:
- Auf erhöhten Flächen immer eine Hand am Kind lassen.
- Windeln, Kleidung und Pflegeprodukte vorher griffbereit hinlegen.
- Das Baby mitnehmen, wenn ihr den Raum verlassen müsst.
- Bei Hochstühlen und Babywippen immer die vorgesehenen Gurte verwenden.
- Wenn möglich, auf dem Boden wickeln.
Eine Umrandung am Wickeltisch kann zusätzlichen Schutz bieten. Sie verhindert einen Sturz aber nicht zuverlässig.
2. Umkippende Möbel und Fernseher
Sobald sich Kinder an Möbeln hochziehen, werden Schubladen, Regalböden und Griffe zu Kletterhilfen.
Bereits eine geöffnete Schublade kann den Schwerpunkt einer Kommode verändern. Auch Fernseher und schwere Gegenstände können nach vorne kippen oder heruntergezogen werden.
Das solltet ihr tun:
- Regale, Kommoden und Schuhschränke fest in der Wand verankern.
- Den Fernseher standsicher befestigen.
- Schwere Gegenstände möglichst weit unten lagern.
- Keine interessanten Gegenstände auf hohen Möbeln platzieren.
- Befestigungsmaterial passend zu Möbel und Wand auswählen.
Eine Schubladensicherung verhindert nicht, dass das gesamte Möbelstück umkippt. Dafür braucht es eine geeignete Wandverankerung.
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3. Ungesicherte Treppen
Ein Schutzgitter sollte montiert sein, bevor euer Baby die Treppe selbstständig erreichen kann.
Das solltet ihr tun:
- Treppen am oberen und unteren Zugang sichern.
- Vor dem Kauf die genaue Breite ausmessen.
- Prüfen, ob das Gitter für den jeweiligen Einsatzort geeignet ist.
- Das Gitter exakt nach Herstellerangaben montieren.
- Den Durchgang konsequent geschlossen halten.
- Gegenstände von den Treppenstufen entfernen.
Nicht jedes Klemmgitter eignet sich für den oberen Treppenabsatz. Beachtet deshalb unbedingt die Herstellerangaben.
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Wir hatten zwei Gitter von BOMI. Die haben sehr gut funktioniert. Auch nach tausendfachen Öffnungen über die Jahre hinweg, gab es kein Problem damit.
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4. Fenster und Balkontüren
Fenster werden gefährlich, sobald Kinder Möbel als Kletterhilfe verwenden können. Ein Fliegengitter ist keine Absturzsicherung und kann sich bereits bei geringer Belastung lösen.
Das solltet ihr tun:
- Keine Stühle, Regale oder Spielkisten vor Fenster stellen.
- Kinderbett und Wickeltisch nicht direkt am Fenster platzieren.
- Kinder beim Lüften nicht allein im Raum lassen.
- Erreichbare Fenster und Balkontüren gegen selbstständiges Öffnen sichern.
- Sicherungen regelmäßig auf festen Sitz überprüfen.
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5. Heiße Getränke, Herd und Backofen
Eine Tasse Kaffee oder Tee kann schwere Verbrühungen verursachen.
Babys greifen nach Tassen, ziehen an Tischdecken oder erreichen das Kabel eines Wasserkochers. Sobald sie sich hochziehen können, werden außerdem Herd und Backofen interessant.
Das solltet ihr tun:
- Nichts Heißes trinken, während das Baby auf eurem Schoß sitzt.
- Heiße Getränke weit entfernt vom Tischrand abstellen.
- Auf herunterhängende Tischdecken verzichten.
- Topf- und Pfannengriffe nach hinten drehen.
- Bevorzugt die hinteren Kochfelder benutzen.
- Kabel von Küchengeräten nicht herunterhängen lassen.
- Herd und Backofen rechtzeitig absichern.
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Achtet auf eine stabile Befestigung und darauf, dass die Sicherung zu eurem Gerät passt.
6. Medikamente und Reinigungsmittel
Bunte Flaschen, Tabs und Kapseln wirken auf kleine Kinder interessant.
Besonders gefährlich können Medikamente, Spülmaschinen-Tabs, Reinigungsmittel, Lampenöle, Nikotinprodukte und E-Liquids sein.
Das solltet ihr tun:
- Medikamente und Haushaltschemikalien hoch und verschlossen aufbewahren.
- Erreichbare Schränke und Schubladen zusätzlich sichern.
- Spülmaschinen-Tabs nicht offen liegen lassen.
- Medikamente nach der Einnahme sofort zurückräumen.
- Auch Handtaschen und den Haushalt der Großeltern überprüfen.
- Chemikalien niemals in Getränke- oder Lebensmittelverpackungen umfüllen.
- Produkte in ihren Originalverpackungen aufbewahren.
- Giftige Pflanzen aus der Reichweite entfernen.
Eine Schrankverriegelung ist nur eine zusätzliche Schutzebene. Gefährliche Produkte sollten trotzdem möglichst weit außerhalb der Reichweite stehen.
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7. Kleinteile, Magnete und Knopfzellen
Babys erkunden Gegenstände mit dem Mund.
Münzen, Schrauben, Schmuck, kleine Magnete und Teile älterer Geschwister können verschluckt werden oder in die Atemwege gelangen.
Besonders gefährlich sind Knopfzellen: Bleiben sie in der Speiseröhre stecken, können sie schwere Verätzungen verursachen. Anfangs treten möglicherweise kaum erkennbare Symptome auf.
Das solltet ihr tun:
- Jeden Raum einmal aus der Perspektive eures Kindes betrachten.
- Boden und niedrige Ablageflächen regelmäßig kontrollieren.
- Neue und gebrauchte Batterien verschlossen aufbewahren.
- Fernbedienungen, Waagen, Spielzeug und Lichterketten überprüfen.
- Nur Geräte verwenden, deren Batteriefach sicher verschlossen ist.
- Spielzeug älterer Geschwister von der Babyspielfläche trennen.
- Kleine Magnete besonders sorgfältig aufbewahren.
Bei begründetem Verdacht auf eine verschluckte Knopfzelle sollte das Kind sofort in einer Kinderklinik oder Notaufnahme untersucht werden.
8. Steckdosen, Kabel und Elektrogeräte
Steckdosen befinden sich genau auf der Höhe eines krabbelnden Kindes.
Auch Kabel können gefährlich werden: Zieht ein Baby daran, können schwere oder heiße Elektrogeräte herunterfallen.
Das solltet ihr tun:
- Alle erreichbaren Steckdosen überprüfen.
- Bei Renovierungen Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz erwägen.
- Elektrische Installationen von einer Elektrofachkraft durchführen lassen.
- Bei Nachrüstlösungen nur passende, geprüfte Produkte verwenden.
- Ladegeräte nach Gebrauch aus der Steckdose entfernen.
- Kabel so verstauen, dass das Kind nicht daran ziehen kann.
- Föhn, Glätteisen und andere Elektrogeräte unzugänglich lagern.
Es gibt verschiedene Plug & Play-Lösungen:
Ob die Produkte schlussendlich für euch passend und sicher sind, sollte im Zweifel immer mit einer Fachperson abgeklärt werden.
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9. Badewanne und andere Wasserstellen
Ertrinken geschieht häufig lautlos.
Babys und Kleinkinder können sich nicht zuverlässig selbst aufrichten, wenn ihr Kopf unter Wasser gerät. Selbst eine geringe Wassertiefe kann deshalb gefährlich werden.
Das solltet ihr tun:
- Das Baby niemals allein in der Badewanne lassen.
- Während des Badens immer in unmittelbarer Griffweite bleiben.
- Das Badezimmer auch nicht kurz für Telefon oder Haustür verlassen.
- Die Aufsicht nicht auf ältere Geschwister übertragen.
- Eimer, Wannen und Planschbecken sofort leeren.
- Regentonnen, Gartenteiche und andere Wasserstellen sichern.
- Nicht auf Badesitze oder Schwimmhilfen als Schutz verlassen.
Eine rutschfeste Unterlage kann Stürze reduzieren. Sie verhindert aber kein Ertrinken und ersetzt niemals die unmittelbare Aufsicht.
10. Schnüre, Türen und scharfe Kanten
Herunterhängende Kordeln, Taschenriemen, Türen, Schubladen und harte Möbelkanten werden relevant, sobald ein Kind gezielt danach greift oder sich hochzieht.
Das solltet ihr tun:
- Kordeln von Rollos und Jalousien außerhalb der Reichweite befestigen.
- Taschen mit langen Riemen nicht auf dem Boden liegen lassen.
- Schnüre und Kabel aus Schlaf- und Spielbereichen entfernen.
- Türen gegen plötzliches Zuschlagen sichern.
- Bei Bedarf einen Fingerklemmschutz verwenden.
- Gefährliche Schubladen und Schranktüren sichern.
- Besonders harte oder scharfe Möbelkanten abpolstern.
- Angeklemmte oder angeklebte Sicherungen regelmäßig kontrollieren.
Wählt gezielt die Sicherungen aus, die zu den Gefahrenstellen in eurer Wohnung passen
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Fazit: Wartet nicht, bis euer Baby krabbelt
Eure Wohnung muss nicht innerhalb eines Tages perfekt abgesichert sein.
Beginnt zuerst mit den Gefahren, die schwere Verletzungen verursachen können: Stürze, umkippende Möbel, Treppen, Fenster, heiße Flüssigkeiten, Medikamente, Wasser und Knopfzellen. Geht anschließend die vollständige Checkliste Punkt für Punkt durch.
Jede beseitigte Gefahr reduziert das Risiko. Das Ziel ist keine falsche Sicherheit, sondern eine Umgebung, in der euer Kind möglichst sicher entdecken und wachsen kann.
Fehlt euch noch die passende Sicherheitsausstattung?
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Wichtig: Kein Produkt ersetzt die Aufsicht durch Erwachsene. Kindersicherungen können Risiken reduzieren, bieten aber niemals einen hundertprozentigen Schutz.
Häufige Fragen (FAQ)?
Nicht erst, wenn das Baby bereits krabbelt. Viele Bewegungsfortschritte kommen überraschend. Spätestens vor Beginn des zweiten Lebenshalbjahres sollten die wichtigsten Gefahrenquellen beseitigt sein.
Priorität haben erhöhte Flächen, Treppen, Fenster, umkippende Möbel, heiße Flüssigkeiten, Medikamente, Reinigungsmittel, Wasser, Knopfzellen und verschluckbare Kleinteile.
Nein. Sicherheitsprodukte können Risiken reduzieren, ersetzen aber weder die Aufsicht noch die sichere Aufbewahrung gefährlicher Gegenstände.